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Hänsel und Gretel

Hänsel und Gretel

Ein klassisches Märchen der Gebrüder Grimm über zwei mutige Kinder, die eine böse Hexe im Wald überlisten.

Alter
6-11

Worter
2185

Autor
Gebrüder Grimm

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Kapitel

1. Der arme Holzfäller 🪓

Es war einmal ein armer Holzfäller.

Er lebte nahe einem großen Wald.

Er hatte zwei Kinder, Hänsel und Gretel.

Sie waren gute, liebe Kinder.

Aber die Familie war sehr arm.

Die Frau des Holzfällers war gestorben.

Er heiratete erneut.

Seine neue Frau war eine gemeine Stiefmutter.

Sie liebte die Kinder nicht.

Sie wollte sie loswerden.

Eines Nachts gab es kein Essen.

Der Küchenschrank war leer.

Die Kinder gingen hungrig zu Bett.

Die Stiefmutter sprach mit dem Holzfäller.

"Wir können nicht vier Leute ernähren!", sagte sie.

"Morgen müssen wir die Kinder in den Wald bringen.

Wir werden sie dort lassen.

Sie werden ihren Weg nach Hause nicht finden.

Dann werden wir genug Essen für uns selbst haben."

Das Herz des armen Holzfällers war schwer.

2. Hänsels Plan 🤔

Hänsel konnte nicht schlafen.

Er hörte alles, was seine Stiefmutter sagte.

Er war verängstigt, aber schlau.

"Ich werde nicht zulassen, dass wir uns verlaufen", dachte er.

Er hatte eine Idee!

Hänsel stieg leise aus dem Bett.

Er schlich auf Zehenspitzen nach draußen in den Mondschein.

Der Boden war mit weißen Kieselsteinen bedeckt.

Sie leuchteten wie Silbermünzen im Mondlicht!

Hänsel füllte seine Taschen mit Kieselsteinen.

Er ging zurück ins Bett.

"Keine Sorge, Gretel", flüsterte er.

"Ich habe einen Plan, um uns zu retten.

Wir werden unseren Weg nach Hause finden.

Vertrau mir."

Gretel fühlte sich besser.

Sie vertraute ihrem großen Bruder.

Er war immer so klug!

Sie schloss ihre Augen.

Bald schliefen beide Kinder.

3. In den Wald 🌲

Am nächsten Morgen weckte die Stiefmutter sie früh.

"Steht auf! Wir gehen heute in den Wald!"

Sie gab jedem von ihnen ein kleines Stück Brot.

"Das ist das ganze Essen, das ihr bekommt", sagte sie gemein.

Die Familie begann in den Wald zu laufen.

Während sie gingen, blieb Hänsel zurück.

Er ließ einen weißen Kieselstein auf den Weg fallen.

Dann noch einen und noch einen!

"Hänsel! Warum bist du so langsam?", rief die Stiefmutter.

"Ich schaue nach meiner kleinen weißen Katze auf dem Dach!", log Hänsel.

"Dummer Junge! Das ist keine Katze, das ist die Sonne, die scheint!", herrschte sie ihn an.

Aber Hänsel ließ weiter Kieselsteine fallen.

Er legte eine Spur den ganzen Weg entlang.

Sie gingen tiefer und tiefer in den Wald.

Die Bäume wurden dicht und dunkel.

Schließlich erreichten sie die Mitte des Waldes.

"Wartet hier, Kinder", sagte die Stiefmutter.

"Euer Vater und ich werden Holz hacken.

Wenn wir fertig sind, kommen wir euch holen."

Sie und der Holzfäller gingen weg.

4. Allein gelassen 🌙

Hänsel und Gretel warteten und warteten.

Sie aßen ihre kleinen Stücke Brot.

Die Sonne ging unter.

Es wurde dunkel und kalt.

Ihre Eltern kehrten nicht zurück.

"Ich habe Angst!", weinte Gretel.

"Hab keine Angst", sagte Hänsel tapfer.

"Warte, bis der Mond aufgeht.

Dann wirst du meinen Plan sehen!"

Er hielt die Hand seiner Schwester.

Bald ging der Mond hoch und hell auf.

Die weißen Kieselsteine begannen zu leuchten!

Sie glühten wie kleine Sterne auf dem Weg!

"Schau, Gretel!", sagte Hänsel.

"Folge den Kieselsteinen nach Hause!"

Hand in Hand folgten sie den leuchtenden Kieselsteinen.

Sie liefen die ganze Nacht lang.

Im Morgengrauen erreichten sie ihr Haus!

Sie klopften an die Tür.

Die Stiefmutter öffnete sie.

"Wo seid ihr gewesen?", schrie sie wütend.

Sie war nicht froh, sie zu sehen!

Aber der Holzfäller war überglücklich!

"Meine Kinder! Ihr seid in Sicherheit!"

Er umarmte sie fest mit Tränen in den Augen.

5. Das zweite Mal 🍞

Ein paar Wochen vergingen.

Wieder gab es kein Essen.

Wieder machte die Stiefmutter einen Plan.

"Morgen bringen wir sie tiefer in den Wald!", sagte sie dem Holzfäller.

"Diesmal werden sie ihren Weg nicht zurückfinden!"

Wieder hörte Hänsel den Plan.

Er versuchte, nach draußen zu gehen, um Kieselsteine zu holen.

Aber die Stiefmutter hatte die Tür abgeschlossen!

"Oh nein!", dachte Hänsel.

"Was soll ich jetzt tun?"

Am nächsten Morgen bekamen sie nur winzige Stücke Brot.

Als sie in den Wald gingen, hatte Hänsel eine neue Idee.

Er zerbröselte sein Brot in Krümel.

Er ließ die Krümel auf den Weg fallen.

"Das wird auch funktionieren!", dachte er.

Sie gingen noch tiefer als zuvor.

Der Wald war dunkel und unheimlich.

Seltsame Geräusche kamen aus den Schatten.

Schließlich sagte die Stiefmutter: "Wartet hier!"

Und wieder gingen sie und der Holzfäller weg.

6. Verirrt im Wald 😰

Die Nacht kam.

Der Mond ging auf.

"Jetzt können wir den Brotkrümeln nach Hause folgen!", sagte Hänsel.

Aber als sie nach den Krümeln suchten...

Waren sie weg!

Die Vögel hatten alle Brotkrümel gefressen!

Es gab keine Spur, der sie folgen konnten!

"Wir sind wirklich verloren!", rief Gretel.

"Keine Sorge", sagte Hänsel und versuchte, tapfer zu sein.

"Wir werden unseren Weg am Morgen finden."

Sie versuchten, ihren Weg nach Hause zu finden.

Sie liefen drei ganze Tage lang!

Sie waren hungrig und müde und verängstigt.

Sie aßen nur ein paar Beeren, die sie fanden.

Ihre Füße schmerzten vom Laufen.

"Ich bin so hungrig", weinte Gretel.

"Ich auch", sagte Hänsel traurig.

Genau dann hörten sie ein wunderschönes Geräusch!

Ein weißer Vogel sang!

Er flog vor ihnen her, als ob er ihnen den Weg zeigte.

7. Das Pfefferkuchenhaus 🏠

Die Kinder folgten dem weißen Vogel.

Plötzlich kamen sie auf eine Lichtung.

Dort stand das erstaunlichste Haus!

Die Wände waren aus Lebkuchen gemacht!

Das Dach war aus Kuchen gemacht!

Die Fenster waren aus klarem Zucker!

Es gab Zuckerstangen und Lutscher überall!

Gummibärchen verzierten die Tür!

Schokolade bedeckte den Schornstein!

"Es ist ein Haus aus Süßigkeiten!", keuchte Gretel.

"Lass uns essen!", sagte Hänsel.

Er war so hungrig!

Er brach ein Stück vom Dach ab.

Gretel knabberte an einem Zuckerfenster.

Es war köstlich!

Plötzlich rief eine Stimme:

"Knusper, knusper, Knäuschen!

Wer knuspert an meinem Häuschen?"

Die Kinder erstarrten vor Angst!

Wer wohnte in diesem Süßigkeitenhaus?

8. Die böse Hexe 🧙‍♀️

Die Tür öffnete sich langsam.

Eine alte Frau kam heraus.

Sie hatte eine krumme Nase und ein runzliges Gesicht.

Sie ging an einem Stock.

Sie blinzelte die Kinder an.

"Oh, ihr armen Lieblinge!", sagte sie süß.

"Ihr müsst verirrt und hungrig sein!

Kommt herein!

Ich gebe euch Essen und ein warmes Bett!"

Sie schien sehr nett zu sein.

Hänsel und Gretel gingen hinein.

Die alte Frau gab ihnen ein wunderbares Essen!

Pfannkuchen mit Sirup!

Äpfel und Nüsse!

Milch und Honig!

Dann machte sie ihnen weiche Betten zum Schlafen.

Aber die alte Frau war in Wirklichkeit eine böse Hexe!

Sie tat nur so, als wäre sie nett!

Sie hatte das Süßigkeitenhaus gebaut, um Kinder zu fangen!

Sie hatte schlechte Augen, aber einen guten Geruchssinn.

Sie konnte riechen, wo Kinder waren!

Die Hexe lachte ein böses Lachen.

"Morgen werde ich ein Festmahl haben!", kicherte sie.

"Dieser Junge sieht prall und lecker aus!

Ich werde ihn mästen!

Dann werde ich ihn kochen und essen!"

9. Gefangen! 🔒

Am nächsten Morgen packte die Hexe Hänsel!

Sie sperrte ihn in einen Käfig!

Er hatte Gitterstäbe wie ein Hühnerstall!

"Lass mich raus!", rief Hänsel.

Aber die Hexe lachte nur.

Sie ließ Gretel wie eine Dienerin arbeiten!

"Putz das Haus!", befahl sie.

"Koch das Essen!

Und füttere deinen Bruder!

Mach ihn schön fett!"

Jeden Tag prüfte die Hexe Hänsel.

Sie ließ ihn seinen Finger durch die Gitterstäbe stecken.

Sie wollte fühlen, ob er fett genug zum Essen war!

Aber der schlaue Hänsel hatte eine Idee!

Er streckte einen kleinen Knochen statt seines Fingers heraus!

Die Augen der Hexe waren sehr schlecht.

Sie fühlte den dünnen Knochen.

"Du bist immer noch zu dünn!", beschwerte sie sich.

"Iss mehr Essen!"

Das ging wochenlang so weiter!

10. Der Ofen 🔥

Schließlich wurde die Hexe ungeduldig.

"Fett oder dünn, ich werde ihn heute essen!", verkündete sie.

Sie sagte Gretel, sie solle den Ofen prüfen.

"Kriech hinein und sag mir, ob er heiß genug ist!"

Die Hexe wollte Gretel auch hineinstoßen!

Aber Gretel war schlau wie ihr Bruder!

"Ich weiß nicht wie", sagte sie unschuldig.

"Kannst du es mir zeigen?"

"Dummes Mädchen!", sagte die Hexe.

"Es ist einfach! Steck einfach deinen Kopf so hinein!"

Sobald sich die Hexe in den Ofen lehnte...

SCHUBS!

Gretel stieß sie ganz hinein!

Sie schlug die Ofentür zu!

Die böse Hexe war gefangen!

Gretel rannte, um ihren Bruder zu befreien!

"Hänsel! Hänsel! Die Hexe ist weg!"

Sie schloss den Käfig auf.

Hänsel sprang heraus!

Sie umarmten sich fest!

11. Der Schatz 💎

Jetzt waren sie sicher!

Sie erkundeten das Süßigkeitenhaus.

In jeder Ecke fanden sie Schätze!

Truhen voll mit Perlen!

Kisten voll mit Juwelen!

Taschen voll mit Goldmünzen!

"Die Hexe muss diese von anderen Kindern gestohlen haben!", sagte Hänsel.

"Lass uns sie mit nach Hause nehmen!", sagte Gretel.

Sie füllten ihre Taschen mit Schätzen.

Sie nahmen so viel, wie sie tragen konnten.

"Jetzt können wir Vater helfen!", sagte Hänsel.

Sie rannten aus dem Süßigkeitenhaus.

Sie rannten in den Wald.

Aber welcher Weg führte nach Hause?

Sie wussten es nicht!

Sie liefen und liefen.

12. Die Hilfe der Ente 🦆

Die Kinder kamen an einen breiten Fluss.

Es gab keine Brücke!

Wie konnten sie hinüberkommen?

"Wir können mit all diesen Schätzen nicht schwimmen!", sagte Gretel.

Sie setzten sich hin und fühlten sich traurig.

Dann schwamm eine wunderschöne weiße Ente vorbei!

"Entchen, Entchen!", rief Gretel.

"Kannst du uns hinüberhelfen?

Es gibt keine Brücke oder Boot!

Bitte trag uns hinüber!"

Die freundliche Ente stimmte zu!

Zuerst trug sie Gretel hinüber.

Dann kam sie für Hänsel zurück.

Sicher auf der anderen Seite dankten sie der Ente!

"Du hast uns gerettet!", sagten sie.

Sie liefen durch den Wald.

Bald sahen die Bäume vertraut aus!

"Ich kenne diesen Ort!", rief Hänsel.

"Wir sind nah am Zuhause!"

Sie fingen an zu rennen!

13. Endlich Zuhause 🏡

Da war ihr kleines Haus!

Sie rannten zur Tür!

Sie stürmten hinein!

"Vater! Vater!", riefen sie.

Der Holzfäller schaute vor Erstaunen auf!

Er packte seine Kinder und umarmte sie!

Freudentränen liefen über sein Gesicht!

"Meine wertvollen Kinder!", schluchzte er.

"Ich war so traurig ohne euch!

Ich dachte, ich würde euch nie wiedersehen!"

"Wo ist unsere Stiefmutter?", fragte Gretel.

"Sie hat mich verlassen", sagte der Holzfäller.

"Sie ging vor Wochen weg.

Ich war ganz allein.

Ich habe den Wald jeden Tag nach euch abgesucht!"

Hänsel und Gretel zeigten ihm die Schätze!

Gold, Juwelen und Perlen!

"Jetzt werden wir nie wieder arm sein!", sagte Hänsel.

"Wir können Essen kaufen und alles, was wir brauchen!"

Der Holzfäller weinte Freudentränen.

14. Glücklich bis ans Ende 💝

Von diesem Tag an lebten sie glücklich.

Sie waren nie wieder hungrig.

Der Holzfäller heiratete nie wieder.

Er behielt seine Kinder nah bei sich.

Sie liebten einander sehr.

Hänsel und Gretel wuchsen zu weisen Menschen heran.

Sie erinnerten sich immer an ihr Abenteuer.

"Wir waren mutig", sagte Gretel.

"Wir waren schlau", sagte Hänsel.

"Wir waren zusammen", sagten beide.

Die Kinder vergaßen nie die Lektionen, die sie gelernt hatten.

Bleib mutig, wenn du Angst hast.

Sei schlau, wenn du in Schwierigkeiten bist.

Arbeite mit denen zusammen, die du liebst.

Und gib die Hoffnung niemals auf!

Sie teilten ihren Schatz mit den Armen.

Sie halfen jedem in ihrem Dorf.

Der Holzfäller war stolz auf sie.

Sie lebten in Frieden und Glück.

Und sie lebten alle glücklich bis ans Ende ihrer Tage!