
Das hässliche Entlein
Eine rührende Geschichte über ein Entlein, das nirgendwo dazugehört, bis es seine wahre Identität als wunderschöner Schwan entdeckt.
Alter
5-10
Worter
1650
Autor
Hans Christian Andersen
Kapitel
1. Der Bauernhof 🚜
Auf einem sonnigen Bauernhof auf dem Land,
saß Mutter Ente auf ihrem Nest.
Sie saß schon seit vielen Tagen dort.
Unter ihr lagen sechs weiße Eier.
Sie wartete darauf, dass sie schlüpfen würden.
"Wann kommen meine Babys wohl?", fragte sie sich.
Sie saß ganz still und hielt sie warm.
Die anderen Tiere liefen an ihrem Nest vorbei.
"Jeden Tag kann es soweit sein!", sagte die Henne.
Mutter Ente nickte und lächelte.
2. Die Eier schlüpfen 🥚
Eines Morgens hörte Mutter Ente ein Geräusch.
Knack! Knack! Knack!
Die Eier schlüpften!
Eines nach dem anderen kamen kleine Entlein heraus.
Sie waren gelb und flauschig!
"Piep! Piep! Piep!", sagten sie.
Mutter Ente zählte sie stolz.
"Eins, zwei, drei, vier, fünf!", sagte sie.
Aber warte! Ein Ei war noch übrig.
Es war größer als die anderen.
Es war noch nicht geschlüpft!
"Das ist seltsam", sagte Mutter Ente.
"Dieses Ei ist so groß und grau!
Ich erinnere mich nicht, dass es vorher da war."
Sie setzte sich wieder auf das große Ei.
Sie wartete und wartete noch länger.
3. Das andere Entlein 🐣
Endlich knackte das große Ei auf!
Heraus kam ein Entlein.
Aber es sah nicht aus wie die anderen.
Es war größer und grau.
Seine Federn waren nicht flauschig und gelb.
"Oh je!", sagte Mutter Ente.
"Du siehst nicht aus wie deine Brüder und Schwestern!
Aber du bist auch mein Baby."
Sie stupste es liebevoll mit ihrem Schnabel an.
Das graue Entlein piepte fröhlich.
4. Die erste Schwimmstunde 🏊
"Kommt, Kinder!", sagte Mutter Ente.
"Es ist Zeit für euer erstes Schwimmen!"
Sie führte sie zum Teich.
Eines nach dem anderen sprangen die gelben Entlein hinein.
Platsch! Platsch! Platsch!
Sie schwammen alle wunderschön!
Das graue Entlein sprang auch hinein.
Es schwamm sogar besser als die anderen!
"Nun", sagte Mutter Ente,
"du magst vielleicht anders aussehen,
aber du schwimmst wie ein Meister!"
5. Treffen mit den Bauernhoftieren 🐔
Mutter Ente nahm ihre Babys mit, um die Bauernhoftiere zu treffen.
Die Hennen schauten das graue Entlein an.
"Was für ein hässliches Entlein!", gackerten sie.
"Er ist so groß und grau!
Er sieht überhaupt nicht wie eine Ente aus!"
Der Hahn lachte laut.
"Schaut euch diesen komisch aussehenden Vogel an!", krähte er.
Das graue Entlein war traurig.
Er versuchte, sich hinter seiner Mutter zu verstecken.
Warum sagten alle, er sei hässlich?
6. Einsam fühlen 😢
Tage vergingen auf dem Bauernhof.
Die anderen Entlein spielten zusammen.
Aber sie spielten nicht mit dem grauen Entlein.
"Du bist zu hässlich!", sagten sie.
"Geh weg! Wir wollen dich nicht!"
Sogar seine eigenen Brüder und Schwestern waren gemein!
Sie hackten mit ihren Schnäbeln nach ihm.
Das graue Entlein fühlte sich so einsam.
Er saß alleine am Teich.
Tränen rollten über seine Federn.
"Warum bin ich so anders?", fragte er sich.
7. Weglaufen 🏃
Eines Nachts traf das graue Entlein eine Entscheidung.
"Ich gehöre hier nicht hin", dachte er.
"Alle finden mich hässlich.
Ich sollte gehen und ein neues Zuhause finden."
Also lief er vom Bauernhof weg.
Er watschelte durch die Felder.
Er lief durch den Wald.
Er war ganz allein auf der Welt.
Es war unheimlich, aber er ging weiter.
"Irgendwo werde ich Freunde finden", hoffte er.
8. Die Wildenten 🦆
Das Entlein kam zu einem Sumpf.
Dort lebten Wildenten.
"Hallo!", sagte das Entlein hoffnungsvoll.
"Darf ich bei euch bleiben?"
Die Wildenten sahen ihn an.
"Du bist die seltsamste Ente, die wir je gesehen haben!", sagten sie.
"Aber du kannst bleiben, wenn du willst.
Komm uns nur nicht in die Quere!"
Das Entlein war froh, einen Platz zum Ausruhen zu haben.
Aber die Wildenten waren nicht sehr freundlich.
9. Die Herbsttage 🍂
Der Herbst kam und das Wetter wurde kalt.
Die Blätter wurden rot und gold.
Sie fielen von den Bäumen.
Das Entlein zitterte im kalten Wind.
Er hatte keinen warmen Platz zum Schlafen.
Eines Abends sah er wunderschöne Vögel über sich fliegen.
Sie waren reinweiß und hatten lange Hälse!
Sie hatten anmutige Flügel.
"Das sind Schwäne!", sagte ein alter Frosch.
Das Entlein sah ihnen nach, wie sie wegflogen.
"Sie sind so wunderschön", seufzte er.
"Ich wünschte, ich könnte wie sie sein."
10. Der harte Winter ❄️
Der Winter kam und es wurde sehr kalt.
Schnee bedeckte den Boden.
Der Teich fror zu Eis.
Das Entlein hatte nirgendwohin zu gehen.
Er war kalt, hungrig und allein.
Eines Tages schlief er auf dem Eis ein.
Seine Füße froren am gefrorenen Teich fest!
Er konnte sich überhaupt nicht bewegen!
"Das ist das Ende", dachte er traurig.
"Ich werde hier ganz allein erfrieren."
Aber ein netter Bauer fand ihn!
Der Bauer brach vorsichtig das Eis auf.
Er hob das Entlein behutsam hoch.
"Du armes Ding!", sagte der Bauer.
"Komm mit mir nach Hause, wo es warm ist."
Der Bauer rettete ihm das Leben!
11. Das Haus des Bauern 🏡
Der Bauer nahm das Entlein mit nach Hause.
Seine Kinder wollten mit ihm spielen.
Aber sie waren zu wild!
Sie jagten ihn durch das Haus.
Das Entlein bekam Angst und rannte los!
Er stieß einen Milchkrug um!
Krach! Die Milch spritzte überall hin!
Die Frau des Bauern schrie auf!
Das Entlein flog in einen Mehlsack!
Jetzt war er über und über mit weißem Mehl bedeckt!
Das Entlein rannte zur Tür hinaus!
Er ging zurück in den kalten Wald.
Es war sicherer dort draußen allein.
Er fand eine kleine Höhle zum Schlafen.
Der Winter fühlte sich sehr lang und einsam an.
12. Der Frühling kommt 🌸
Endlich endete der Winter!
Der Frühling kam mit warmem Sonnenschein!
Blumen blühten überall.
Vögel sangen fröhliche Lieder.
Das Entlein spürte die warme Sonne auf seinen Federn.
"Ich lebe noch", dachte er voller Staunen.
"Ich habe den Winter überlebt!"
Er streckte seine Flügel.
Sie fühlten sich größer und stärker an!
Er schlug ein paar Mal mit ihnen.
Das Entlein ging zu einem Teich.
Wunderschöne weiße Schwäne schwammen dort!
Es waren dieselben Vögel, die er im Herbst gesehen hatte!
Er erinnerte sich, wie schön sie waren.
"Sie werden mich wahrscheinlich auch auslachen", dachte er.
13. Eine große Überraschung 😲
"Aber das ist mir jetzt egal", sagte das Entlein.
"Ich bin lieber bei ihnen und werde ausgelacht,
als für immer allein zu sein!"
Er schwamm auf die anmutigen Schwäne zu.
Er senkte seinen Kopf tief.
"Macht mit mir, was ihr wollt", sagte er.
"Ich weiß, dass ich hässlich bin.
Ihr könnt mich verjagen, wenn ihr wollt."
Aber die Schwäne schwammen auf ihn zu!
"Hallo, schöner Schwan!", sagten sie.
"Komm zu uns!"
Schöner Schwan?
Das Entlein war verwirrt!
Er schaute auf das Wasser hinab.
Dort sah er sein Spiegelbild.
Er konnte seinen Augen nicht trauen!
14. Der wunderschöne Schwan 🦢
Er war nicht mehr grau!
Er war nicht mehr hässlich!
Er hatte reinweiße Federn!
Er hatte einen langen, anmutigen Hals!
Er war ein wunderschöner Schwan!
"Ich war gar kein Entlein!", erkannte er.
"Ich war die ganze Zeit ein Schwanenbaby!
Deshalb sah ich so anders aus!"
Sein Herz füllte sich mit Freude!
Er war endlich zu Hause!
15. Wahres Glück 💖
Die anderen Schwäne hießen ihn herzlich willkommen.
"Du bist einer der schönsten Schwäne, die wir je gesehen haben!", sagten sie.
Der Schwan fühlte sich glücklicher als je zuvor!
Er war nicht hässlich!
Er war nicht anders!
Er war genau der, der er sein sollte!
An diesem Tag kamen Kinder zum Teich.
"Schaut mal!", riefen sie voller Freude.
"Ein neuer Schwan! Und er ist der schönste von allen!"
Sie warfen Brot ins Wasser.
Der Schwan dachte an seine Reise.
16. Das Happy End 🌈
Der Schwan schwamm anmutig über den Teich.
Er breitete seine wunderschönen weißen Flügel aus.
Die Sonne schien auf seine Federn.
Er dachte an den Bauernhof, wo er geboren wurde.
Er dachte an all die gemeinen Tiere.
"Sie haben mich hässlich genannt", erinnerte er sich.
"Aber ich war nie hässlich.
Ich war nur anders, weil ich ein Schwan war!
Es spielt keine Rolle, was andere denken.
Was zählt, ist, sich selbst treu zu sein."
Der Schwan lebte glücklich mit seiner Schwanenfamilie.
Er schwamm jeden Tag in dem wunderschönen Teich.
Er flog mit seinen Freunden durch den Himmel.
Er war nie wieder einsam.
Und er wurde nie wieder hässlich genannt!
Er hatte schwere Zeiten durchgemacht.
Aber diese schweren Zeiten hatten ihn stärker gemacht.
Jetzt wusste er, wer er wirklich war.
Und das machte den ganzen Unterschied.
Der Schwan lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage!